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SONOFF Thermostat Core TP-WGZBA im Test: Endlich ein Zigbee-Thermostat für meine Fußbodenheizung 🔥

Ich habe in den letzten Jahren schon einige smarte Thermostate ausprobiert und gerade bei unserer Fußbodenheizung war die Suche alles andere als einfach. Das Problem war dabei weniger die eigentliche Smart-Home-Funktion, sondern vielmehr unser vorhandenes Steckdosendesign. Viele Thermostate passten optisch oder von den Abmessungen einfach nicht richtig.

Das letzte Modell, das bei uns im Einsatz war, setzte außerdem auf WLAN – und genau das war für mich irgendwann ein ziemlicher Nervfaktor. Obwohl unser WLAN-Netz grundsätzlich stabil läuft, hatte das Thermostat immer wieder Verbindungsprobleme. Ein smartes Thermostat, das regelmäßig nicht erreichbar ist, ist ungefähr so hilfreich wie ein Rauchmelder ohne Batterie. 😅

Mein Ziel war deshalb ziemlich klar: Ich wollte ein Zigbee-Thermostat für unsere Fußbodenheizung, das sich vernünftig in unser vorhandenes Setup integrieren lässt und gleichzeitig optisch nicht nach Technik aus dem letzten Jahrzehnt aussieht.

Und dann kam vor rund zwei Wochen die Mail von SONOFF, dass ein neues Thermostat auf den Markt kommt: das SONOFF Thermostat Core TP-WGZBA. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe mir direkt eines ins Haus geholt.

Design und Verarbeitung – schlicht, aber genau richtig

Optisch bleibt SONOFF beim Thermostat Core angenehm zurückhaltend. Das Gehäuse und die Front bestehen aus weißem Kunststoff und wirken für ein fest installiertes Thermostat ausreichend stabil und wertig.

Besonders gut gefällt mir der minimalistische Aufbau. Auf der Vorderseite befindet sich lediglich das Display mit dem zentralen Drehregler. Der Regler besitzt einen silbernen Akzent, lässt sich angenehm drehen und kann zusätzlich gedrückt werden, um Eingaben zu bestätigen.

Genau diese Kombination aus Drehen und Drücken gefällt mir im Alltag ziemlich gut. Man muss nicht ständig das Smartphone aus der Tasche holen, nur um die Temperatur einmal kurz zu verändern.

Das Thermostat misst laut SONOFF 86 × 86 × 45,5 mm, die Einbautiefe beträgt 31,5 mm. Damit ist das Gerät grundsätzlich für typische Unterputzinstallationen ausgelegt. Der Lochabstand der Befestigung beträgt 60 mm.

Das Gehäuse besteht aus PC-Kunststoff und das Thermostat ist ausschließlich in Weiß erhältlich. Für mich passt das ziemlich gut zu einem modernen, minimalistischen Wanddesign.

Installation – eigentlich simpel, aber bitte nicht selbst an 230 Volt herumprobieren ⚡

Die Installation war bei mir erstaunlich unkompliziert.

Wichtig ist allerdings: Hier reden wir über 230 Volt. Auch wenn die eigentliche Verkabelung auf den ersten Blick nicht kompliziert aussieht, sollte die Installation deshalb unbedingt durch eine entsprechend qualifizierte Elektrofachkraft erfolgen.

In meinem Fall war die Verkabelung schnell erledigt. Das Thermostat wird mit der Stromversorgung verbunden und anschließend mit dem entsprechenden Anschluss für den Heizungsaktor bzw. Stellmotor verkabelt.

Interessant ist dabei, dass SONOFF das Thermostat mit einem Dual-Output-Design ausgestattet hat. Der aktive Relaisausgang kann beispielsweise Stellantriebe einer wasserbasierten Fußbodenheizung schalten und ist laut Hersteller für bis zu 3 A bei 100–240 V AC, 50/60 Hz ausgelegt. Zusätzlich gibt es einen potenzialfreien Kontakt COM/NO, der beispielsweise für die Ansteuerung eines Heizkessels genutzt werden kann.

Damit ist das Thermostat nicht ausschließlich auf einen bestimmten Anwendungsfall beschränkt.

Sobald das Thermostat mit Strom versorgt wird, kann es als Zigbee-Gerät angelernt werden.

Zigbee statt WLAN – genau das wollte ich

Für mich war Zigbee einer der wichtigsten Gründe für den Kauf.

Wir haben inzwischen mehr als 120 Zigbee-Geräte bei uns im Haus und entsprechend gut ausgebaut ist unser Zigbee-Netzwerk. Das Thermostat konnte sich deshalb direkt in unsere bestehende Infrastruktur integrieren.

Ich nutze Home Assistant mit Zigbee2MQTT und hier wurde das SONOFF Thermostat Core bei mir direkt erkannt und eingerichtet.

SONOFF setzt beim TP-WGZBA auf Zigbee 3.0 beziehungsweise IEEE 802.15.4. Laut Hersteller wird die Integration in Open-Source-Plattformen unterstützt. Für Zigbee2MQTT nennt SONOFF aktuell mindestens Version 2.14.0, damit das Gerät korrekt beziehungsweise mit vollem Funktionsumfang eingebunden werden kann.

Bei ZHA sieht es aktuell etwas anders aus: Eine native Unterstützung ist laut SONOFF in Arbeit, der entsprechende Pull Request ist aber noch nicht vollständig integriert. Wer also Home Assistant mit ZHA verwendet, sollte sich vor dem Kauf über den aktuellen Stand informieren.

Für mein Setup mit Zigbee2MQTT war das Ganze jedenfalls erfreulich unkompliziert.

Bedienung – klassisch am Gerät oder komplett smart

Natürlich könnt ihr das Thermostat direkt am Drehregler bedienen. Temperatur einstellen, Knopf drücken und fertig.

Die eigentliche Stärke zeigt sich aber für mich in Home Assistant.

Hier lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen. Dazu gehören unter anderem die Displayhelligkeit, Temperatur-Offset und Zeitpläne. Bei mir übernimmt allerdings RoomMind die eigentliche Heizungssteuerung im Haus, wodurch die Thermostate automatisch entsprechend unserer Räume und Routinen gesteuert werden.

Der Temperaturbereich des Thermostats liegt laut Hersteller bei 5 bis 30 °C. Außerdem unterstützt das Gerät bis zu drei individuelle und umschaltbare Wochenpläne mit jeweils bis zu 12 Temperaturabschnitten pro Tag. Damit lässt sich schon ziemlich genau definieren, wann welche Temperatur gefahren werden soll.

Für ein Smart Home ist das natürlich deutlich interessanter als ein simples „Heizung an oder aus“.

Meine Überraschung: Presence-Erkennung 😮

Die für mich mit Abstand interessanteste Funktion habe ich allerdings erst nach der Einrichtung entdeckt.

Das SONOFF Thermostat Core besitzt eine integrierte Presence-Erkennung per Radar.

Und das macht im Alltag tatsächlich einen Unterschied.

Bei vielen smarten Thermostaten ist das Display entweder dauerhaft aktiv oder geht irgendwann aus. Möchte man die aktuelle Temperatur oder Einstellung sehen, muss man dann erst irgendeine Taste drücken oder am Regler drehen.

Beim SONOFF Thermostat Core ist das anders.

Sobald sich eine Person dem Thermostat nähert, wird das Display aktiviert. Entfernt man sich wieder, kann es sich automatisch abschalten. SONOFF gibt für die Erkennung je nach eingestellter Empfindlichkeit eine Reichweite von ungefähr 0,3 bis 1 Meter an.

Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail, ist im Alltag aber wirklich ziemlich clever.

Ich komme beispielsweise in den Raum und das Display wird automatisch hell. Dadurch kann ich die aktuell eingestellte Temperatur sehen, ohne überhaupt den Drehregler anfassen zu müssen.

Das ist für mich eine dieser Funktionen, bei denen man sich nach kurzer Zeit fragt, warum das nicht schon viel häufiger bei smarten Thermostaten eingesetzt wird.

Auch bei der Temperaturmessung gibt es Möglichkeiten

SONOFF hat dem Thermostat außerdem Möglichkeiten spendiert, die Temperaturmessung genauer zu gestalten.

Zum einen kann ein externer Temperatursensor eingebunden werden. Dadurch lässt sich die tatsächliche Raumtemperatur besser erfassen, wenn beispielsweise die Position des Thermostats oder die Eigenerwärmung des Geräts die Messung beeinflussen.

Unterstützt werden laut SONOFF unter anderem verschiedene Sensoren der SNZB-02-Serie. Alternativ lässt sich auch ein Temperatur-Offset konfigurieren, um bekannte Abweichungen manuell auszugleichen.

Gerade bei einer Fußbodenheizung kann eine möglichst passende Temperaturmessung interessant sein, da die Reaktion des Systems naturgemäß etwas träger ist als bei einem klassischen Heizkörper.

Fenster auf? Heizung runter. 🪟

Eine weitere interessante Funktion ist die Erkennung geöffneter Fenster.

Das Thermostat kann mit kompatiblen SONOFF Tür-/Fenstersensoren zusammenarbeiten. Wird ein geöffnetes Fenster erkannt, kann die Heizung automatisch pausieren beziehungsweise in den Frostschutzmodus wechseln.

Damit lässt sich vermeiden, dass während des Lüftens munter weitergeheizt wird.

Ob und wie stark das Ganze in eurem Smart Home sinnvoll ist, hängt natürlich von eurer Heizungssteuerung und den verwendeten Sensoren ab. Für ein umfangreiches Home-Assistant-System ergeben sich hier aber einige interessante Automatisierungsmöglichkeiten.

Was mir besonders gut gefällt

Was mich beim SONOFF Thermostat Core bisher am meisten überzeugt, ist die Kombination aus mehreren eigentlich recht einfachen Dingen.

Ich bekomme ein schlichtes und unauffälliges Thermostat, eine physische Bedienmöglichkeit, Zigbee 3.0, Home-Assistant-Integration über Zigbee2MQTT und dazu noch Funktionen wie Presence-Erkennung, externe Temperaturmessung und Fenster-offen-Erkennung.

Und vor allem: Es funktioniert bei mir einfach.

Das ist nach meinen Erfahrungen mit meinem vorherigen WLAN-Thermostat tatsächlich ein ziemlich wichtiger Punkt.

Ich möchte nicht jeden Morgen überlegen müssen, warum irgendein Thermostat schon wieder offline ist. Mit meinem bestehenden Zigbee-Netzwerk fühlt sich das Ganze bisher wesentlich stimmiger an.

Auch die technischen Daten sind für den Einsatzzweck interessant. Das Thermostat arbeitet mit 100–240 V, kann am aktiven Ausgang bis zu 3 A schalten und bietet zusätzlich den potenzialfreien COM/NO-Ausgang für Heizkessel. Der Hersteller gibt außerdem eine Betriebstemperatur von 0 bis 50 °C sowie eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 90 % relativer Feuchte ohne Kondensation an.

Gibt es auch Kritik?

Ganz ohne Einschränkungen ist das Thermostat natürlich nicht.

Wer ausschließlich ZHA nutzt, sollte sich den aktuellen Integrationsstand vorher genau anschauen, da die native Unterstützung laut SONOFF noch nicht vollständig integriert ist.

Außerdem benötigt das Thermostat grundsätzlich einen Zigbee-Hub beziehungsweise eine entsprechende Zigbee-Infrastruktur. Das ist für mich kein Nachteil, sollte aber vor dem Kauf berücksichtigt werden.

Und natürlich ist die Installation nichts für jemanden, der gerade zum ersten Mal einen Schraubendreher in der Hand hält. Bei 230 Volt hört der Smart-Home-Spaß auf und die Elektrofachkraft beginnt. 😉

👍 Pro

Die Zigbee-Anbindung funktioniert in meinem Home-Assistant-System mit Zigbee2MQTT problemlos.

Das minimalistische Design passt sich unauffällig an die Wand an und der physische Drehregler ermöglicht weiterhin eine klassische Bedienung.

Die integrierte Presence-Erkennung ist für mich ein echtes Highlight und im Alltag überraschend praktisch.

Die Unterstützung von Heizplänen mit bis zu 12 Temperaturabschnitten pro Tag bietet viel Flexibilität.

Der aktive Ausgang mit bis zu 3 A und der zusätzliche potenzialfreie Ausgang machen das Thermostat für verschiedene Heizsysteme interessant.

Die Möglichkeit, externe Temperatursensoren einzubinden, ist gerade bei einer Fußbodenheizung sehr interessant.

👎 Kontra

Für die Installation wird eine 230-Volt-Verkabelung benötigt, weshalb hier unbedingt eine Elektrofachkraft ran sollte.

Wer ZHA statt Zigbee2MQTT verwendet, sollte den aktuellen Stand der Unterstützung beachten.

Für den Betrieb wird eine Zigbee-Infrastruktur beziehungsweise ein Zigbee-Hub benötigt.

🏁 Fazit

Das SONOFF Thermostat Core ist für mich ein richtig gelungenes neues Zigbee-Thermostat.

Es löst bei mir gleich mehrere Probleme auf einmal: kein nerviges WLAN, eine einfache Integration in Home Assistant, ein unauffälliges Design und dazu eine überraschend clevere Presence-Erkennung.

Gerade wenn du deine Fußbodenheizung in ein bestehendes Smart Home integrieren möchtest, bringt das Thermostat einiges mit. Bei mir hat es jedenfalls einen sehr guten ersten Eindruck hinterlassen – so gut, dass bereits zwei weitere Geräte auf meiner Einkaufsliste stehen. 🔥🏠

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